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Angkor Wat

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#236
0106
2008
So.
20:28
Tag #
359
3.9 k
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Wir stehen noch vor fünf Uhr auf. Mit dem TukTuk lassen wir uns einen ganzen Tag von Tempel zu Tempel in Ankor Wat chauffieren. Die Kasse ist die erste Attraktion. 5:30h, Menschenmassen. 20$ Eintritt sind für Kambodschanische Verhältnisse glatter Wahnsinn. Davon gehen 10% in den Denkmalschutz, der Rest geht an einen Petro-Giganten und das Finanzministerium. Mindestens 200.000$ Einnahmen am Tag sind anscheinend nicht genug. Restaurierungen werden von Japan und Frankreich gezahlt.

Ankor Wat, Weltkulturerbe. Musst du hin. Jetzt bin ich da. Der Sonnenaufgang ist schön. Und der Rest schlichtweg genau so wie ich ihn mir vorgestellt hab. Nix neues, nix zu entdecken. Und das obwohl Tomb Raider hier gedreht wurde. Nach 12 Tempeln fahren wir wieder heim. Das Hirn ist Matsch, die Füsse platt. (mehr …)

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Einfach müde

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#235
2905
2008
Do.
21:32
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356
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Ich fahre nochmal einen Tag Motorrad. Die Franzosen haben in der Kolonialzeit ähnlich Bach Ma in Vietnam in der Nähe eine Sommerfrische im Küstengebirge erschaffen. Die Offroad-Piste in die Berge nach Bokor soll eine der schönsten Straßen Kambodschas sein. Ich fahre über 100km, um dorthin zu kommen. Ein Schild steht neben der Schranke: Piste für Motorräder gesperrt. Nicht für Autos. Die Wächter sind unbestechlich.

Auf dem Rückweg komme ich in einen tropischen Regenguss. Keine Jacke kann das abhalten. Ich schaue mir nochmal das schräge Nachtleben an, und wie sich jegliche Menschlichkeit unscheinbar auflöst. Einer gibt seinem Freund Geld, damit ihm seine „Nutte“ selbiges nach dem Blasen nicht klaut. Ich geh ins Bett und wimmle kurz darauf höflich die klopfende ab. (mehr …)

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Alles ganz normal, irgendwo im Nirgendwo

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#234
2705
2008
Di.
19:01
Tag #
354
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Ich fahre mit dem Bus einige Stunden an die Küste. Eine kleine Stadt namens Nirgendwo. Mit dem Motorbike an leere Sandstrände in der Nachsaison. Erste Anzeichen von Kamibiza machen sich in Form großer Betonburgen breit. Überall stehen alte majestätische schmiedeeiserne Zäune aus der Kolonialzeit. Sie umgeben leere Felder. Andere Mauern stehen in der Luft auf 2m hohen Flutstelzen. Escher hätte das sicher gefallen.

Überall hängen Plakate gegen Kinderprostitution. Im Bus sind einige Helfer mit Tshirts eines Heims für Straßenkinder in Nirgendwo. Ich bin beunruhigt. Beruhigend ist, dass Kinderprostitution ins öffentliche Bewusstsein gebracht wird. Beunruhigend ist, dass es anscheinend nötig ist. (mehr …)

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Leben und Sterben in Phnom Penh

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#233
2505
2008
So.
21:04
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352
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Phnom Penh ist eine Stadt in Schwarz-Weiß. Manche Grautöne erscheinen zunächst wie Farben. Am Abend bin ich mir jedoch sicher, dass es noch nicht mal Grautöne gibt. Warum? Ich habe Armut gesehen. Hier ist sie schlimmer. Slums werden von Müllgürteln behütet. Die Millionärsvillen einen Block weiter von Stacheldraht und CTV. Ich habe Verzweiflung gesehen. Hier hat sie nur ein Auge. Ich habe von Völkermord gehört. Hier brachten die Mörder sich am Ende gegenseitig um. Ich habe vom Vergeben gehört. Hier gibt es nur Vergessen.

Phnom Penh ist Schwarz-Weiß. Alte rote Khmer sitzen im Parlament. Die Elite bedient sich umfangreich an allem was dem Volk fehlt. Dem Volk fehlt alles, und es schreit mich den ganzen Tag an: gib mir dein Geld! (mehr …)

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Webdesign im Mekong-Delta

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#232
2405
2008
Sa.
23:45
Tag #
351
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Um sechs Uhr aufstehen, um sieben Uhr Abfahrt. Drei Stunden mit dem Bus an den Mekong. Laufen, bootfahren, laufen, essen, laufen, bootfahren, laufen, Bus, laufen, Fähre, laufen, drei Stunden Bus. Ich schlafe immer wieder ein. Die Stunden ziehen an mir wie an einem Zombi auf Tranquilizer vorbei. Die Sonne scheint und Wasserlilien treiben in den braunen Fluten des Mekong.

Die Reisegruppe ist ganz nett, bunt gemischt, jung und alt und von überall her. Keiner Terror-Touris, sondern Menschen mit interessanten Geschichten und Fragen. Aber ich bin zu müde. Schalte den MP3-Player ein und schlafe weiter. Abends etwas Arbeit, aber ich kann mich nicht konzentrieren. Zum ersten Mal seit drei Tagen mehr als 6 Stunden Schlaf. (mehr …)

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